Merlin oder das wüste Land

Junge Regie!

Merlin oder Das wüste Land
von Tankred Dorst

Tankred Dorsts „Merlin oder Das wüste Land“ erzählt die Artussage als vielstimmiges Panorama einer Welt im Umbruch. Nicht der geschlossene Mythos steht im Mittelpunkt, sondern unterschiedliche Perspektiven auf Macht, Hoffnung, Schuld und Scheitern. Die Trilogie nähert sich dem Stoff aus drei Blickwinkeln und macht sichtbar, wie eine große Utopie entsteht, sich wandelt und schließlich zerbricht.

Merlin oder Das wüste Land erzählt von Macht und Verantwortung, von Scheitern und Hoffnung, von Menschen in einer Welt, die ihre Orientierung verliert. Drei Perspektiven, inszeniert von drei Regie- bzw. Theaterpädagigikstudierenden der Akademie für Darstellende Kunst Bayern,  eröffnen drei unterschiedliche Zugänge zu einer Geschichte, die bis in die Gegenwart hineinwirkt:
 

Teil I
Arthus

– Die Utopie der Macht

Arthus steht für den Versuch, Ordnung zu schaffen. Mit dem Schwert und der Krone verbindet sich die Vision eines Reiches, das auf Gerechtigkeit, Gleichheit und Verantwortung beruht. Der Runde Tisch wird zum Sinnbild einer neuen Gemeinschaft, die Gewalt überwinden und Macht teilen will. Doch mit der Ausdehnung des Reiches wachsen auch die inneren Spannungen. Persönliche Beziehungen geraten in Konflikt mit politischer Verantwortung, Loyalitäten beginnen zu bröckeln. Aus der Vision wird eine Last. Arthus’ Perspektive zeigt den Preis der Macht und stellt die Frage, ob eine ideale Ordnung Bestand haben kann, wenn sie von Menschen getragen wird.

Regie: Lauri Fuchs, Regiestudent im 2. Ausbildungsjahr
Im Anschluss wird ein Nachgespräch angeboten
Vorstellungsort: Probebühne „Pustetpassage“, Gesandtenstraße 6, 93047 Regensburg


Teil II
Parzival
– Die Suche nach Erkenntnis

Parzival verkörpert den Suchenden. Unvorbereitet tritt er in eine Welt ein, deren Regeln ihm fremd bleiben. Sein Weg ist geprägt von Unschuld, Irrtum und dem schmerzhaften Lernen aus Versäumnissen. Eine entscheidende verpasste Frage wird zum Sinnbild für das Nicht-Verstehen und Nicht-Handeln. Parzivals Geschichte richtet den Blick nach innen und erzählt von der Schwierigkeit, Verantwortung zu übernehmen, wenn Orientierung fehlt. Sie handelt von Erkenntnis, Schuld und der langsamen Annäherung an ein Bewusstsein für die Folgen des eigenen Handelns.

Regie: Pina Pistorius, Theaterpädagogikstudentin im 2. Ausbildungsjahr
Im Anschluss wird ein Nachgespräch angeboten
Vorstellungsort: Probebühne "Alter Fundus", Kreuzgasse 5, 93047 Regensburg
 

Teil III
Mordred

– Der Bruch mit dem Mythos

Mordred ist die Figur des Widerspruchs und der Verdrängung. Ausgeschlossen von der Gemeinschaft, wächst er im Schatten eines Reiches auf, das seine eigenen Abgründe nicht sehen will. Was als gerechte Ordnung gedacht war, erscheint aus dieser Perspektive als starres Machtgefüge, das Ausgrenzung erzeugt. Mordred entlarvt die Ideale von Camelot als brüchig und widersprüchlich. Seine Radikalität treibt die Geschichte ihrem Ende entgegen und macht sichtbar, was lange verborgen blieb: den inneren Zerfall einer Utopie, die sich selbst absolut gesetzt hat.

Regie: Rosa Ketterer, Theaterpädagogikstudentin im 2. Ausbildungsjahr
Im Anschluss wird ein Nachgespräch angeboten
Vorstellungsort: Probebühne "Säulenhalle/Keller", Kreuzgasse 5, 93047 Regensburg
Achtung: Leider ist im Keller kein barrierefreier Zuganng möglich.


Hinweis:
Die Tickets für die drei Teile von „Merlin oder Das wüste Land“ können sowohl einzeln, als auch als ermäßigte Kombi-Tickets erworben werden.
Es ist zeitlich möglich, alle drei Teile am selben Tag zu schauen.


Premiere: 14. Juli 2026
Titelbild mit KI erstellt