Theaterpädagoginnen und -pädagogen mit vielen Kompetenzen

Die ADK Bayern bildet Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen aus, die in verschiedensten Bereichen beruflich eingesetzt werden können. Neben ihren theaterpädagogischen Kompetenzen haben die Absolventinnen und Absolventen der ADK Bayern auch die Grundlagen zur Regiearbeit und der Arbeit als Schaupielerin/als Schauspieler verinnerlicht. In ihrem Schaffen haben sie die pädagogischen und künstlerischen Aspekte im Blick und können eine weite Bandbreite an Theatertechniken für ihre Zwecke nutzbar machen. Nicht zuletzt haben sie den Theaterbetrieb und seine Erfordernisse verinnerlicht.

Das Grundstudium führt zunächst in die Arbeit des Schauspielers ein. Das Einlassen auf die Schauspielerperspektive lässt den Studierenden der Theaterpädagogik wichtige Erkenntnisse für die Anleitung unterschiedlichster Spielgruppen erfahren.

Daneben sammeln die Studierenden ab dem ersten Jahr Erfahrungen im Fachbereich Theaterpädagogische Praxis und ab dem zweiten Jahr im Fachbereich Regiepraxis. Das schließt eine eigene Theater-Inszenierung mit ein. Auch externe theaterpädagogische Projekte werden durchgeführt, teils eigenverantwortlich unter fachlicher Supervision, teils als Assistenz erfahrener Theaterpädagoginnen und -pädagogen.

Über die ganze Ausbildung erstreckt sich die fachtheoretische Auseinandersetzung mit dem Beruf. Theorie und Praxis geben sich gegenseitig Impulse. Das Studium bleibt dabei praxis- und berufsorientiert. Die Wahlfächer und Schwerpunkte bieten individuellen Begabungen und Interessen Raum und runden die Ausbildung zur Theaterpädagogin/zum Theaterpädagogen ab.
 

Fachrichtung Theaterpädagogik - Aufbau

1. Fachbereich Sprache und Stimme:

Neben den Grundkenntnissen der Sprechtechnik und des Sprechapparates werden den Studierenden auch rhetorische Modelle vermittelt, um die Stimme in vielfältigen Arbeits- und Probenprozessen kompetent einzusetzen und damit produktiv moderieren zu können. Im Gesangsunterricht erfahren sie den Zusammenhang zwischen gemeinschaftlichem Musizieren und der Stärkung der Gruppe sowie das Transportieren von Gefühlen über die Stimme. Dabei entwickeln die Studierenden einen Blick für die Außenwirkung der eigenen Persönlichkeit. Stilrichtungen des Musiktheaters und Musiktheorie ergänzen die praktische Erfahrung.

 

2. Fachbereich Körper und Bewegung:

Die Bewegungsausbildung für Theaterpädagogik an der ADK Bayern dient dazu auf das moderne Theater vorzubereiten, den Körper als Darstellungs-, als Spielmittel zu schulen. Sie basiert auf Elementen von Humphrey/Limon, Cunningham, Post Modern, Release und anderen Körpererfahrungstechniken. Es wird auf präzise, besonders aber auf bewusste und ausdrucksvolle Bewegungen wert gelegt. Das Mittel der Improvisation hilft, den eigenen Körper mit seinen Möglichkeiten und seiner Ausdruckskraft zu entdecken und weiter zu entwickeln. Der Fokus wird auf die Beziehung von Raum, Kraft, Zeit und immer auch der inneren Haltung gerichtet. Einflüsse sind die Arbeiten von Jacques Lecoq, Pina Bausch und das Theater von Christoph Marthaler und Falk Richter.

 

3. Fachbereich Darstellendes Spiel:

Die ADK Bayern setzt in ihrer praktischen Ausrichtung im Fachbereich Darstellendes Spiel für Theaterpädagogen auf die europäische Tradition mit besonderer Berücksichtigung der Ideen Bertolt Brechts und Konstantin Stanislawskis. Praxisorientierung steht dabei im Mittelpunkt. Eigenkreativität wird gefordert und individuelle Begabungen werden gefördert. Handwerkliches Können und künstlerischer Anspruch werden gleichberechtigt entwickelt.  

4. Fachbereich Regiepraxis:

Anhand einer eigenen Inszenierung aus dem Genre „Jugendtheater“ erleben die Studierenden den kompletten Verlauf von der Stückauswahl bis hin zur Premiere auf einer unserer Studiobühnen. Durch die Supervision der Fachdozenten unterstützt, erstellen und präsentieren sie ein Regie-Konzept, entwickeln Ausstattungs-Entwürfe, disponieren Probenpläne und erarbeiten mit Schauspiel-Studierenden ihre eigene Umsetzung der Stückvorlage. Prozessorientierung und handwerkliche Umsetzung liegen im Fokus dieser praktischen Arbeit. Workshops unter der Leitung externer Persönlichkeiten aus der Theaterszene geben den Studierenden darüberhinaus künstlerischen Input.

5. Fachbereich Theaterpädagogische Praxis:

Der Fachbereich Theaterpädagogische Praxis konzentriert sich auf Methoden- und Wissensvermittlung durch die Erfahrung „am eigenen Leib“: Projektarbeiten widmen sich wechselnden Schwerpunkten, z. B. Objekttheater, biografisches Theater, Site-Specific-Theatre, etc. Exkursionen, wie z. B. zum Jugendtheater-Festival „licht.blicke“ und dem Kindertheaterfestival „Panoptikum“ in Nürnberg, gehören ebenso zum Inhalt, wie auch die Konzeption und Durchführung gezielter externer Spielaktionen zum bundesweiten Tag der Theaterpädagogik „Mehr Drama, Baby“. Externe Praktika bieten Einblick in die Arbeit erfahrener Spielleiter. Offene Kinderferienkurse ermöglichen den angehenden Theaterpädagog*innen unmittelbare Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit.

6. Fachbereich Fachtheorie:

Um das praktisch erworbene Wissen mit der dazugehörigen Theorie zu verknüpfen, umfasst die Fachtheorie ein breites Spektrum an Input für die Studierenden und rundet die Ausbildung ab. Methodik und Didaktik der Theaterpädagogik, Workshop-Strukturen, Gruppendynamik und zielgruppenspezifische Besonderheiten gehören ebenso dazu wie Kenntnisse in Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Theater- und Regietheorie, Dramen- und Textanalyse, Theater- und Literaturgeschichte decken die theatralen Bereiche ab. Darüber hinaus erhalten die Student*innen Einblicke in inszenierungsunterstützende Themen wie Kostüm- und Maskenkunde, Musikkunde, Projektmanagement, Bühnen- und Beleuchtungstechnik sowie Eigen- und Kulturmanagement.

Schwerpunkte

Studierende der Akademie können optional zusätzliche Schwerpunkte auf folgende Bereiche legen:

  • Gesang
  • Dialektschauspiel
  • Kindertheater
  • Szenisches Schreiben/Drehbuchschreiben
  • Licht- und Tontechnik

Die Schwerpunkte erfordern zusätzlichen Aufwand, ergänzend zur eigentlichen Ausbildung.
Voraussetzung ist eine gesonderte Eignungsprüfung (gilt nicht für alle Schwerpunkte). 
Die Kurse finden nur bei einer ausreichenden Teilnehmerzahl statt.
Es können Gebühren anfallen.